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Markus Seidel: Mit Erfahrung und Verantwortung an die Spitze der Produktion

Was passiert, wenn man einen Job mit Verantwortung hat - nicht nur auf dem Papier? In der neuen Ausgabe unserer Serie "Gesichter der KID" stellen wir Markus Seidel vor - Betriebsleiter Deutschland. Ein Porträt über Nähe zur Produktion, Führung im Alltag und den bewussten Schritt ins Familienunternehmen.

Porträt Markus Seidel

Ein Tag auf dem Shopfloor

Ein typischer Tag auf dem Shopfloor bei KID. Aufträge, Tempo, voller Tagesablauf. In der Halle laufen die Maschinen, Teile wandern aus Gitterboxen heraus und imprägniert wieder hinein. Markus Seidel steht mit in der Produktion, packt an, arbeitet mit. Nicht geplant, nicht angekündigt. Einfach, weil gerade viel zu tun ist - und weil dann jede helfende Hand zählt.

Genau so begegnet man Markus bei KID. Nicht unbedingt am Schreibtisch, sondern mittendrin: immer dort, wo gerade etwas los ist.

Der Schritt ins Familienunternehmen

Markus Seidel kam 2023 zu KID. Der Schritt war bewusst gewählt - fachlich wie persönlich. Nach vielen Jahren im Automotive-Bereich, bei verschiedenen Zulieferern und in unterschiedlichen Funktionen, war klar: Die nächste Station sollte mehr sein als eine Karrierestufe.

"KID ist unser Familienunternehmen", sagt er. "Als Schwiegersohn einzusteigen, bringt Verantwortung mit sich - operativ und langfristig."

Seine Laufbahn begann klassisch mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann. Es folgten Stationen im Vertrieb, in der Disposition, im Einkauf und in der Logistik - immer im direkten Umfeld von OEMs und Tier-1-Zulieferern. Mit internationalen Lieferketten arbeiten, Sonderfahrten organisieren, Produktionsanläufe begleiten, kurzfristige Lieferengpässe lösen, Verhandlungen vorbereiten und in Abstimmung mit Konzernen Entscheidungen treffen: Durch seine berufliche Erfahrung kennt Markus industrielle Abläufe, dringliche Situationen, relevante Systeme und wichtige Schnittstellen. Er weiß, wo diese im Alltag funktionieren müssen, damit ein reibungsloses Zusammenspiel gewährleistet werden kann.

Parallel dazu verantwortete er Projekte zur Prozessoptimierung und zur Einführung neuer ERP-Systeme - nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch: Mitarbeiterschulungen, Umstellungen von Abläufen, Begleitung im operativen Alltag. Eine wertvolle Lektion, die ihn lehrte, dass der wichtigste Faktor für Veränderung nicht die technische Komponente ist, sondern Menschen, die mitgenommen werden müssen.

Diese Kombination aus operativer Erfahrung, Systemverständnis und internationalem Kontext prägt seine heutige Rolle. Markus kennt die Produktionsrealität ebenso wie strategische Einkaufsverhandlungen. Er weiß, wie es ist, wenn ein LKW nachts noch losgeschickt werden muss - und wie wichtig saubere Prozesse sind, damit genau das möglichst selten passiert.

Vorantreiben statt Mitlaufen

Seine ersten Monate bei KID waren geprägt vom MBO-Projekt und dem Übergang vom Konzern zu einem mittelständischen Familienunternehmen. Markus war Teil des Kernteams, das diesen Transformationsprozess begleitete - strategisch wie operativ. Strukturen mussten neu gedacht, Prozesse angepasst und Verantwortlichkeiten definiert werden. Kurz darauf übernahm er die Rolle des Einkaufsleiters. Die Gesamtverantwortung für die deutschen Kompetenzcenter folgte zügig.

"Der Schritt vom Teamleiter zum Produktionsleiter Deutschland war groß", sagt er offen. "Mehrere Standorte, viele Mitarbeitende, unterschiedliche Strukturen - das ist eine andere Dimension."

Unterstützung erhielt er von Beginn an durch das gesamte Team. Allen voran von Branchenexperten wie Markus Alterauge und Jörg Geyerbach, die das Geschäft und die Standorte in- und auswendig kennen. Genauso wichtig war jedoch das Vertrauen der Teams.

Nähe, die Führung verändert

Der Unterschied zu früheren Arbeitgebern liegt für Markus nicht nur in der Verantwortung. In früheren Stationen waren Rollen klar definiert, Strukturen oft starr, Zuständigkeiten stark voneinander abgegrenzt. Entscheidungen liefen durch mehrere Ebenen. Prozesse waren formal geregelt - effizient, aber mit spürbarer Distanz.

Bei KID ist das anders. Man ist näher dran: an Entscheidungen, an Menschen, an Auswirkungen. Familienunternehmen bedeutet hier nicht nur Eigentümerstruktur, sondern gelebte Arbeitsweise. Man kennt sich, sitzt gemeinsam zu Mittag und bekommt mit, wenn etwas gut läuft oder wenn neue Themen und Projekte entstehen. Wege sind kürzer, Gespräche direkter, Rückmeldungen unmittelbarer.

"Man spürt schnell, ob Zusammenarbeit ehrlich gemeint ist", sagt Markus. "Und genau das macht es aus."

Diese Nähe prägt auch seinen Arbeitsalltag. Einen klassischen Tag gibt es für ihn nicht. Markus ist viel unterwegs, besucht die Kompetenzcenter in ganz Deutschland, stimmt sich mit Standortleitern ab, koordiniert Aufträge, Warenflüsse und die Versorgung mit Imprägnierharzen. Ziel bleibt immer dasselbe: stabile Prozesse, klare Abläufe und funktionierende Schnittstellen.

Und manchmal bedeutet das eben auch, selbst in der Produktion präsent zu sein - nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Überzeugung.

"Solche Situationen sind eher Ausnahmen", betont Markus. "Aber sie bleiben im Kopf, weil sie zeigen, wie stark unser Zusammenhalt ist und dass wir an einem Strang ziehen - unabhängig von Jobtiteln und Positionen."

Wenn vieles gleichzeitig läuft

Markus spricht selten über Stärken. Meist geht es um das, was gerade ansteht: Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Themen, die sich nicht aufschieben lassen. Situationen, in denen mehrere Dinge gleichzeitig Aufmerksamkeit brauchen.

Der Aufbau des neuen Kompetenzcenters in Reinsdorf war genau so eine Phase. Vieles lief parallel, manches musste kurzfristig angepasst werden. Über mehrere Monate hinweg wurde aus einer Idee ein neues Kompetenzcenter.

Inzwischen ist der Standort offiziell eröffnet und der Betrieb erfolgreich angelaufen.

"Zu sehen, wie aus Planung Realität wird, ist ein starkes Gefühl", sagt Markus. "Vor allem, weil viele Bereiche daran beteiligt waren."

Dass Reinsdorf heute läuft, ist das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit - und Ausdruck von Markus’ Arbeitsweise: konzentriert, verbindlich und mit dem Blick dafür, dass am Ende das Ganze funktionieren muss.

Am Ende bleibt das Bild vom Shopfloor. Maschinen laufen. Teams arbeiten. Entscheidungen werden getroffen. Und mittendrin jemand, der weiß, wie Prozesse funktionieren - weil er sie über Jahre in unterschiedlichsten Konstellationen aufgebaut, begleitet und verantwortet hat.

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  • Und nun im Familienunternehmen.
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